Vorbereitung auf die Hypnosesitzung

Aufklärung über die Hypnose

Damit ein reibungsloser Einstieg in den hypnotischen Zustand vollzogen werden kann, ist ein gutes Vorgespräch von essenzieller Bedeutung. Je mehr Sie über die Hypnose und das, was auf Sie zukommt, wissen, desto schneller kann die Hypnose eingeleitet werden, und desto befriedigender werden auch Ihre Ergebnisse sein.

Es gibt viele Mißverständnisse und Fehlinformationen über die Hypnose. Diese verunsichern und müssen beseitigt werden, bevor wie mit der eigentlichen Therapiearbeit beginnen. Um das Vorgespräch aber nicht unnötig in die Länge zu ziehen, möchte ich hier schon einmal die wichtigsten Punkte ansprechen, die Sie wissen sollten, bevor Sie zu mir kommen. Sollten Sie dann noch zusätzliche Fragen haben, können wir diese bei Ihrem Termin in der Praxis klären, ohne bei Null anfangen zu müssen. Es liegt also in Ihrem Interesse, sich alles gut durchzulesen, um vorbereitet zu sein. Das spart Ihnen und mir Zeit, die Sie Geld kostet.

Hier können Sie sich Ihre Informationen zur Hypnose herunterladen:

Um das Wichtigste vorwegzunehmen, was Sie daran hindern könnte, die Hypnose als Mittel zur Verbesserung Ihrer psychischen Beschwerden auszuwählen:

Es stimmt z.B. schon einmal nicht, dass es Menschen gibt, die nicht in Hypnose gehen können. Jeder kann es, wenn er es nur möchte. Damit der eigene Wille auch vorhanden ist, bedarf es einiger weniger Grundvoraussetzungen:

  • ausreichend Leidensdruck für den Willen zur Veränderung
  • Vertrauen in diese Technik / Methode und den Therapeuten, um sich auf den Prozeß entspannt einlassen zu können
  • kein Angst vor Kontrollverlust, der nicht stattfindet

Wenn das gegeben ist, kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Die Verhinderer guter Prozesse sind nämlich immer dieselben. Sie heißen:

  • Angst (erzeugt durch falsche Vorstellungen von der Hypnose)
  • Zweifel (dass die Behandlung nicht helfen könnte)
  • Mißtrauen (dass der Therapeut gegen den eigenen Willen arbeitet)

Hypnose ist nicht Schlaf, sondern bedeutet Fokussierung des Bewusstseins. Die Verlagerung des Bewusstseins geschieht von außen nach innen – von den äußeren Sinnen (sehen, hören, spüren, riechen, schmecken) zur inneren, ganzheitlichen Wahrnehmung.

In der therapeutischen Hypnose wird das Bewusstsein zur Heilung mißverstandener Lebensinhalte nach innen gelenkt. Der Verstand existiert nämlich ausschließlich im Außen. Er dokumentiert lediglich das sichtbare Produkt innerer geistiger Vorgänge. Da er Auswirkungen und nicht Ursachen betrachtet, ist er für die Umstrukturierung von Auslösern nicht geeignet. Der Verstand ist selbst ein Symptom des Geistes, nicht der Geist selbst. Wir sind nicht der Gedanke, wir machen uns Gedanken.

Je interessanter sich die Innenwelt zeigt, desto uninteressanter wird die äußere Realität und das Körperliche. Bewusstsein wird durch den Fokus nach innen nicht geschmälert oder geht gar verloren, sondern wird nur umgelenkt, damit es sogar mehr erfasst. Es wird auch nicht verändert. Aufmerksamkeit bleibt Aufmerksamkeit. Das, was sich verändert, ist das Wahgenommene, nicht die Wahrnehmung selbst. In der Hypnose kann man andere Dinge sehen, erinnern oder verstehen, die einem in der alltäglichen Wahrnehmung verborgen bleiben.

WACHBEWUSSTSEIN
nach außen fokussiert
HYPNOSE
nach innen fokussiert
denken mit dem Verstandwahrnehmen mit dem Geist
körperliche, Verhaftung, Fokus im Außen, im Bereich des Bekanntengeistige Offenheit, Fokus im Inneren, im Feld der Möglichkeiten
angespanntentspannt
Angst und Zweifel (kritisch)offen für alles ohne Blockaden (suggestibel)
beengt, begrenztweit, frei, offen
Identifizierung mit der Ich-Persönlichkeit (Ego-Bewusstsein)keine Identifizierung, verbunden mit allem (Selbstbewusstsein)
Unterschied Wachzustand und tiefe Hypnose

Schnelle Beseitigung der wichtigsten Mißverständnisse

  • Ich mache in der Hypnose nichts gegen Ihren Willen.
  • Sie erleiden keinen Kontrollverlust.
  • Man kann nicht in der Hypnose steckenbleiben.
  • Hypnose ist kein Schlaf. Sie bekommen alles mit.

Zum Prozeß der Hypnoseeinleitung

Hypnose ist keine Entspannungsmethode, sondern die hervorgerufene Entspannung wird dafür benötigt, Ihren Geist zu öffnen und aufnahmefähig zu machen für neue Impulse und Gedankeninhalte. Ängste verschließen ihn und erzeugen damit Blockaden, die wir überwinden wollen. Wer einmal entspannt ist, hat weder Angst noch Schmerzen. Beides ist vorher da und hindert uns daran, uns fallen zu lassen und einfach nur wohl zu fühlen. In der Hypnose sind wir entspannt, weil wir alle Ängste und Zweifel überwunden haben.

Meine Anleitung und Ihr eigener freier Wille, am besten ohne Erwartungshaltung, helfen Ihnen dabei, Tiefenentspannung bewusst bei sich zu erzeugen, ohne dabei einzuschlafen. Sie gelangen in eine Tiefe hinein, die Sie so wach von sich noch nicht kennen. Und sollten Sie bei der Vertiefung zur Hypnose vielleicht doch einschlafen, werde ich es bemerken und Sie wecken.

Anfangs kann es sein, dass Sie das Gefühl haben, dass es mit dem Loslassen der Körperempfindungen und dem Stoppen des Verstandesgeplappers noch nicht so gut klappt. Sollte das auch bei Ihnen so sein, dann gibt es einen einfachen Trick: Tun Sie einfach so, als ob, und schon haben Sie Ihren Geist und dessen Vorstellungskraft zu Ihrem Vorteil genutzt, sodass wir gut miteinander arbeiten können. Dem Gehirn ist es nämlich egal, ob etwas nur vorgestellt ist oder real passiert – es passiert einfach und kann dementsprechend gefühlt und erlebt werden! Was Sie zulassen, wird geschehen. Der Glaube ist nichts Profanes, er ist unser wichtigstes Werkzeug, unsere Schöpferkraft.

Sie können es an sich selbst testen! Entspannen Sie Ihre Hand! Versuchen Sie jetzt, eine Faust zu machen, und dabei die Entspannung beizubehalten! Das funktioniert natürlich nicht gleichzeitig! Entweder bleiben Sie entspannt, dann lassen sich die Finger nicht zur Faust ballen, oder Sie machen die Faust. Dafür müssten sie allerdings die gerade erzeugte Entspannung in Anspannung umwandeln. Ob Sie das tun wollen oder nicht, ist Ihre Entscheidung. Und genau auf dieselbe Weise entscheiden Sie sich für oder gegen die Hypnose. Wenn Sie wirklich davon überzeugt sind, dass die Hypnose hilft und Sie Ihrem Ziel näher bringt, dann werden Sie alles dafür tun, diesen Zustand auch zu ereichen. Und dann klappt es auch!

Und genau darum geht es, wenn ich im Prozeß sage: „Entspanne Dich!“ (Ich duze die Menschen in der Hypnose!) Sie entspannen deshalb, weil Sie es so wollen und zulassen. Würden Sie es nicht zulassen, kämen Sie auch nicht in Hypnose. Das ist sehr wichtig zu wissen, denn es liegt nicht am Therapeuten, wenn es nicht klappt, höchstens an seiner schlechten Aufklärung darüber, was Hypnose ist und was nicht. Was ich also von Ihnen in der Sitzung will, um mit Ihnen zusammen an Ihren Problemen in Hypnose arbeiten zu können, ist ein totales körperliches Loslassen und Gedankenleere, so gute es geht. Nur so können Sie an Informationen in Ihrem Inneren gelangen, die Ihnen in Angst und Anspannung verborgen bleiben. Außerdem müssen Sie offen und willig für Veränderung sein, am besten ohne dem Überbewusstsein vorschreiben zu wollen, wie es diese gestaltet. Weiter nichts! Ich leite Sie an, in diesen Zustand zu gelangen, der tiefgreifende Veränderungen möglich macht. Ich kann mich nicht für Sie entspannen und öffnen, das müssen Sie schon selbst tun! Wer sich, aus welchen Gründen auch immer, sperrt, beraubt sich dieser wundervollen und hilfreichen Erfahrung, mit der so viel möglich ist.

Zum Ablauf einer Hypnosesitzung

Ziel ist es, dass Sie Ihren Körper so wenig wie möglich spüren, damit Ihr Fokus im Inneren bleibt. Solange Sie Ihren Körper noch bewusst steuern, sind sie im Außen fokussiert. Wie schon gesagt, sollte es für Sie nicht funktionieren, den Körper loszulassen, dann tun Sie einfach so, als ob, (z.B. als ob er schlafen würde) und befolgen Sie trotzdem meine Anweisungen. Ich möchte, dass Sie es während des Prozesses schaffen, den Körper links liegen zu lassen. Das Bewusstsein bleibt Ihnen ja erhalten! Wenn ich sage: „Deine Muskeln funktionieren nicht mehr“, ist Ihnen schon klar, dass sie noch funktionieren würden, wenn Sie das nur wollten. Aber dafür müssten Sie aus der Entspannung wieder raus gehen. Das ist nicht unser Ziel! Darum beachten Sie: Wenn ich Sie die Entspannung des Körpers testen lasse, dann nur, um zu sehen, wie tief entspannt Sie schon sind, und ob Sie den Körper schon ignorieren können. Er soll Ihnen während des Prozeß egal sein, wir brauchen nur den Geist. Die Körperfunktionen gehen Ihnen nicht verloren, wenn Sie ihn loslassen, sondern sie werden nur kurzzeitig ausgeblendet. Sie verlieren nichts, sondern Sie gewinnen hinzu. (Genauso ist es übrigens auch beim Sterbevorgang. Das nur mal so am Rande. Wer die Hypnose kennt, kann sich und seine Bewusstseinsbereiche besser kennenlernen und damit auch die Angst vor dem Tod verlieren.)

Als nächstes machen wir dasselbe mit dem Verstand. Auch er wird schlafen gelegt. Ihre Gedanken ruhen, Sie stellen um von aktivem Tun zu passivem Empfangen. Was übrig bleibt, wenn Körperempfinden und Gedankenrattern ausgeschaltet sind, ist reines, klares Bewusstsein und damit eine erweiterte Wahrnehmung. Das ist Hypnose! Auch Meditation funktioniert übrigens so, nur ist diese eben nicht interaktiv. Nicht das Bewusstsein „schläft“ in der Hypnose, sondern Ihr Körper ruht und Ihr Geist entspannt. Sie sind währeddessen geistig hellwach und bekommen alles mit. Ihr Körper wird dadurch schlaff sein und Ihr Verstand gönnt sich mal eine Pause. Die Gedanken mischen sich nicht ein und drehen sich nicht mehr im Kreis. Sie werden merken, wie wohltuend das ist.  Sie sind offen für neuen Input. Haben wir das erreicht, ist das schon die halbe Miete. Und das ist der Punkt, an dem sich Ihr Geist auf das konzentrieren und einlassen kann, was jetzt wichtiger ist, nämlich die Umstrukturierung im Inneren, um Heilprozesse anzustoßen.

Sie müssen wissen – je weniger Ihr Bewusstsein mit der Außenwelt beschäftigt ist, desto wacher wird es für die innere Realität sein, die der äußeren vorangestellt ist. Im Außen zeigt sich nur, was im Inneren stattgefunden hat. Und gefällt einem diese Projektion der inneren Wirklichkeit in der äußeren Welt nicht, kann man sie auch nur dort verändern, wo sie entstanden ist. Es ist, als würde man in einen Spiegel schauen. Man erwartet ja auch nicht, ein lächelndes Gesicht darin zu erblicken, wenn man mürrisch dreinschaut. Und so ist es auch mit den Dingen, die wir ins Leben ziehen. Wir müssen Eigenverantwortung übernehmen und uns selbst verändern, statt die äußeren Begebenheiten zu kritisieren und dabei Energie zu verlieren.

Nach unserer Veränderung wird auch die Außenwelt zuerst einmal anders auf uns wirken, aber dann sogar auch anders werden. Wer immer nur an den Symptomen herumdoktert, kann sich wundarbeiten, ohne etwas zu erreichen. Wer Verantwortung abgibt, ist nicht autark. Alles Äußere ändert sich erst dann nachhaltig, wenn wir das zuerst in unserem Inneren tun. Wenn wir ganz weit zurück gehen in der Hypnose, werden wir feststellen, dass alle Probleme, die wir haben, von uns selbst erschaffen wurden – ausnahmslos! Und wer das einmal erfahren hat, wird sowieso nicht mehr so unbewusst dahinleben können wie vorher.

Wir alle SIND Bewusstsein, und das Bewusstsein wechselt in der Hypnose vom Körperlichen ins Geistige. Körperlichkeit und Identifikation mit der Materie erfordert Anspannung. Verbindung mit dem geistigen Feld ist das Gegenteil davon.

Da Angst, Zweifel und Schmerz angespannte Zustände sind, können sie in der Hypnose nicht existieren. Und darum fühlt es sich auch so gut an, in Hypnose zu sein, so dass manche Menschen gar nicht mehr heraus wollen. Keine Angst! Man kann darin nicht „hängenbleiben“. Es ist wie mit dem Schlaf. Irgendwann wacht man auf, auch wenn man noch so schön geträumt hat. Und ein Hypnotiseur weiß, wie er einen wieder zurückholen kann, wenn man tief versunken den Zustand genießt, in den er einen versetzt hat, und das Rauszählen aus der Hypnose ignoriert.

In der Hypnose denken und kommunizieren wir nicht mehr mit dem vorkonditionierten Verstand, sondern mit dem für alles offenen Geist. Sie sind hellwach und aufnahmefähig für Neues. Alle Türen und Tore des Bewusstseins stehen Ihnen somit offen. Das zeigt sich in erhöhter Suggestibilität, die wir als Hypnosetherapeuten auch zwischendurch ausnutzen, um Ihnen Gutes zu suggerieren. Würde Ihnen etwas vom Therapeuten Gesagtes  komplett gegen den Strich gehen, schaltet sich der Torhüter automatisch wieder ein. Also auch hier haben Sie keine Angst, dass Sie dadurch von mir negativ manipuliert werden könnten oder zu etwas gebracht werden, was Sie unter normalen Umständen niemals tun würden. Sie werden nicht nackt um den Block laufen, wenn ich das von Ihnen verlangen würde, und Sie würden mir auch nicht Ihre Bank-Pin verraten, es sei denn, Sie wollten so etwas schon immer mal tun und ergreifen die Gelegenheit. Wie gesagt, die Entspannung ist freiwillig!