
Ängste verdecken eine Urwunde
Jede Angst ist ein Widerstand. Wir lehnen etwas ab, was wir nicht sehen oder wahrhaben wollen.
Würden wir die Angst loslassen, würden wir uns den Schutz vor etwas wegnehmen, was uns Angst macht.
Darum halten wir an unseren Ängsten unbewusst fest.
Im Widerspruch dazu steht, dass wir alles wegmachen wollen, was uns stört. Ängste kann man aber nicht wegmachen.
Was wir wegmachen müssen, ist die Wunde hinter der Angst. Wenn sie geheilt ist, verschwindet die Angst von alleine.
In der Psychologie wird unterschieden zwischen
- einer Angst, die begründet ist (REALANGST)
- und einer unbegründeten, irrealen Angst (PHOBIEN UND PANIKSTÖRUNGEN)
Im Fühlen und Erleben sind alle Ängste weder unbegründet noch irreal. Darum werden sie in der Therapie niemals weggeredet, sondern mit derselben Ernsthaftigkeit behandelt wie reale Gefahrensituationen.
Nur, weil der Verstand nicht versteht, wo die Angst herkommt, ist sie deshalb nicht unwichtiger oder weniger beängstigend. Die Bedrohung existiert für die Betroffenen immer real im Augenblick des Erlebens.
Folgt man einer Angst in die Tiefe, geht es immer im Ursprung um die Bedrohung der Existenz.
Sie verweist auf eine innere Verwundung, bei der tatsächlich das Überleben in Gefahr war – jedenfalls aus der damaligen Sicht der Betroffenen. Und solange diese Wunde nicht geheilt ist, schmerzt sie wie eh und je.
Es gibt also oberflächliche Ängste, die sich absurd äußern können, weil sie nur stellvertretend für eine viel tiefere Urangst stehen, die nicht gefühlt werden will und darum verdeckt werden muss.
Die Psyche hält so lange daran fest, bis die Verletzung dahinter geheilt ist.
Sie muss also davon überzeugt werden, dass der Schutz von damals nicht mehr benötigt wird, weil der erwachsene Mensch heute damit umgehen kann und weiß, dass er die Situation von damals überlebt hat.
Es gibt also immer zwei Ängste, die es zu überwinden gilt:

Heilung der Urwunde
Sie ist dann geheilt, wenn der ängstliche Teil in uns davon überzeugt werden konnte, dass die Gefahr von damals nicht mehr besteht.
Der einzige Weg aus der Angst heraus ist also die Überwindung der vorgelagerten Angst, die uns daran hindert, hinzuschauen, was uns so verletzt hat. Ihr gegenüber müssen wir uns mutig stellen.
Echtes Glücklichsein kommt von innen und ist dauerhaft. Aufgesetztes Glück ist vergänglich.
Ein Mensch, der keine Wunden mehr in sich trägt, muss das Glück nicht suchen, er verkörpert es.
Hypnose als Werkzeug zur Heilung
In der Hypnose befinden sich unsere Gehirnaktivitäten im Thetawellen-Zustand. Wir sind hoch entspannt. In der Entspannung hat Angst keinen Platz. Wir überwinden die der Urangst vorgelagerte 2. Angst und können darum erkunden, was unsere irrationalen Ängste ausgelöst hat, die uns so das Leben zur Hölle machen.
Nur, was uns bewusst ist, können wir auch heilen. Oft sind es nur wenige Informationen, die der ängstliche Teil in uns braucht, um die Urangst ablegen zu können. Hat er sie von der weiseren Instanz in uns bekommen (z.B. dass die Trennung aus der Erfahrung von damals heute nicht mehr existiert) kann sich das Nervensystem entspannen. Die eingebrannte Programmierung wird gelöscht, und die Amygdala muss nicht mehr Alarm auslösen, weil gar kein Brand mehr existiert. Gelerntes kann so wieder verlernt werden.

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